Die TäterMitleidsEthik
… oder die These von der Dividualität des Menschen
Anbetracht der gigantischen Veränderungen in Wissenschaft und Technik seit der Renaissance, wirkt die zwischen Christlicher HeilsLehre und wirtschaftsliberalem Pragmatismus schlitternde Ethik wie ein zerbrochenes hohles VogelEi, aus welchem nach langem Brüten nur noch ein dünner, fauler Geruch emittiert.
Dabei hatte doch schon Aristoteles (384-322 v.Chr.) längst den Zusammenhang zwischen Ethik und einem Glücklichen Leben hergestellt. Vermutlich motiviert durch das „Rethorische Schweigen“ seines märchenhaften LehrerLehrers (mit welchem jener hoffte, sich in einem StrafProzeß den Vorwurf der Schuld entledigen zu können, um schließlich doch, gezwungenermaßen freiwillig, den SchierlingsBecher todesdurstig zu schlucken), beschwor er Tapferkeit und Besonnenheit als Tugenden, als Vektoren für ein ethisch glückliches Verhalten.
Ca. 3 Jhd. später ließ sich Herr Jesus Christus gezwungenermaßen freiwillig ans Kreuz (welches er selbst hätte zimmern können) binden, um a l l e Schuld auf sich zu nehmen – man sehe, auch „Gottes Söhne“ sind nicht frei von einer gewissen Arroganz.
„Schuld“ und „Angst“ sind die metaphysischen Ingredenzien, die Herrschende (nur strukturell gedacht) ihren Völkern seit jeher injizieren – von Geburt an, vererbt mit dem SchmerzensSchrei der Gebärenden – aufgesogen und als erster Akt der postnatalen Kommunikation vom Kinde erwidert.
Nun meinen manche Völker ‚frei’ zu sein, weil sie ihre Herrscher ‚wählen’ dürfen - die Kultur der Schuld und der Angst sind geblieben. Es scheint Niemandem peinlich zu sein, daß die fast 200-jährige PreisSchrift „Über die Freiheit des Willens“ des lediglich als Pessimisten abgetanen Artur Schopenhauer (1788-1860) so geringfügig zur Kenntnis genommen wurde. Diese Abhandlung behandelt vorzüglich das Verhältnisses zwischen Motiv – Tat – Schuld – und Strafe. In ihr ist bspw. der bemerkenswerte Gedanke zu finden, das kein Mensch das Recht erwerben kann, einem anderen Menschen eine Schuld oder gar eine Strafe aufzuerlegen. Es sei immer nur die Tat, die „bestraft“ werde, um potentiellen TäterInnen ein GegenMotiv, zur möglicherweise verlockenden Tat zu bieten. Deswegen müsse in der Strafe eine gerechte und somit präventive Konsequenz liegen, die Strafe sei zu vollstrecken, um als GegenMotiv die nächste Tat zu verhindern.
Ausnahme: Wenn der Täter im Affekt handelt bzw. wenn es dem Täter nicht möglich war, seine Vernunft zu benützen, sei die Strafe konsequenterweise unmenschlich, weil dann könnten auch Tiere für Fehlverhalten verantwortlich gemacht werden. Nun gut, den Begriff der Verantwortung findet man bei S. kaum – aber die Idee, VernunftsFähigkeit und Strafe in ein Verhältnis zu setzen, erscheint attraktiv.
Die „Würde des Menschen“ wurde in modernem internationalen TeamWork (wobei gerade Leute aus der sogenannten 2. Reihe Gehör fanden) im deutschen Grundgesetz festgeschrieben. Leider scheinen die dabei angewendeten Ideen und Gedanken der Beteiligten nur sehr unumfänglich belegt zu sein – oder diese Belege sind mir nicht bekannt.
Falls ich mich in folgenden Erörterungen irre, bitte ich dies zu entschuldigen, es geht um die Entwicklung eines einigermaßen komplexen GedankenGerüstes, fehlerhafte Krücken, können später ersetzt werden….
Wenn man nun (wie es vermutlich im Keime angedacht war) einen jeglichen StrafTatBestand abgeleitet hätte, als eine Verletzung eines Artikels des GG – und nicht einer einzelnen Person – dann ließe sich Vieles logisch gerechter und menschenwürdiger gestalten.
Wenn man darüber hinaus den Gedanken, daß das individuelle Recht dem der Gemeinschaft unterzuordnen sei (natürlich nur, solange besagte MenschenWürde nicht verletzt wird), wäre viel für die Zukunft getan.
Also Keiner, auch die von der Gemeinschaft ernannte Administration darf einen Menschen verletzen, darf des Menschen DenkFreiheit oder dessen Vernunft oder Bewußtsein einschränken. Wie aber sieht es bei der Erziehung aus? Wie sollte mit einem einem Kind umgegangen werden? Hier scheinen erhebliche kontradiktorische Terme eine Rolle zu spielen. Es ist abzusehen, welche Bedeutung Erziehung, Religion, Kultur und soziales (Minen-)UmFeld hier haben… Überspringen wir dieses… Sicherlich ist es möglich, einem Kind so früh als möglich Regeln, Wissen, Gesetze erklärlich zu machen. Es ist möglich kulturelles Verhalten zu beschreiben. Es muß nicht verschwiegen werden, daß es sich dabei um mehr oder weniger willkürlich und meist tradierte Konventionen handelt, die jederzeit zu hinterfragen sind. Es kann zu einem kreativen Prozeß führen, wenn die Begründungen für jegliche Art von Regeln neu erarbeitet werden. Das „Mitdenken“ des falliblen HypothesenCharakters sollte durchaus eine Brücke zwischen konventioneller Vernunft und konzeptiver Kreativität ermöglichen.
Es geht immer noch um das Thema MenschenWürde. Eine entscheidende Rolle spielt dabei der Begriff des Eigentums. Verschiedene StrafTatBestände und der größte Teil des ZivilRechts beschäftigen sich mit dem Eigentum, also scheint es sinnvoll, dessen Bedeutung genau zu untersuchen.
Um es gleich vorweg zu sagen, es erscheint wenig vernünftig, das Eigentum an den wesenlichen RohStoffen einigen privaten Kartellen zu überlassen. Aber es scheint auch sinnvoll, PrivatEigentum zu schützen. Welche Rolle spielt PrivatEigentum?
In erster Linie ist Eigentum ein mehr oder weniger verteiltes Archiv von Werten. Die AufTeilung von Werten einer Gemeinschaft an private Familien und inzwischen Individuen macht zum BeiSpiel Sinn, um im Falle eines auswärtigen Feindes dieses effektiver vor diesem schützen zu können. Gleichzeitig ist die private AufTeilung von Werten ein AusDruck des Standes, der Anerkennung und der Belobigung. Der Erwerb von Eigentum ist die entscheidende MotivationsGrundLage der modernen Gesellschaft. Die Bedeutung des PrivatEigentums hat sich (u.a. durch das florentinische PatentRechteSystem) und den in der Renaissance einsetztenden Individualismus als vorzügliches Mittel zur Mehrung des wissenschaftlich-technischen und somit wirtschaftlichen FortSchritts bewährt.
Eine zusätzliche katalysatorische, wenn nicht initiierende Funktion übernimmt dabei die GeldWirtschaft, welche Handel und Entwicklung beschleunigt, welche die „Ware“ (die auch für GeistesMenschen immer rarer wird: -) Z e i t gegen Produktivität eintauscht…
Konspiratorische, der Öffentlichkeit weitestgehend verborgene Gruppierungen üben Einfluss bei der Verteilung des Eigentums. Viele kulturelle und soziale Funktionen der Gemeinschaft sind abhängig von der EigentumsVerteilung. Eigentum in Form von Kapital wird immer seltener in GeistesWissenschaften „investiert“. Philosophie scheint als nicht sehr gewinnträchtige Branche angesehen zu werden. Es scheint folgende Formel zu gelten: Die Würde eines Menschen wächst mit dem Volumen an Eigentum. (Philosophische oder ethische Kompetenz spielen keine Rolle oder wirken sich sogar eher negativ aus.)
Die Frage lautet: Verlöre ein Mensch mit dem Verlust seines Eigentums auch einen Teil seiner Würde? In unserem System ist dies leider erwiesen: Arme Menschen haben schlechtere BildungsChancen, leben kürzer usw. Aber es müßte nicht so sein. Gunnar Heinsohn (*1943) und andere Sozio-/Psychologen haben herausgefunden, wie „Aufmerksamkeit“ und „Anerkennung“ als wesentliche Motivatoren für unser Verhalten im sozilaen Netz wirken (NeuroWissenschaftler bestätigen, daß unser internes BelohnungsSystem die altruistische Tat honoriert). Geld, Eigentum und Machtbestreben sind also nur Sublimationen bzw. Surrogate für Anerkennung und Aufmerksamkeit. Allerdings haben sich diese Surrogate stabil manifestiert, sie führen ein EigenLeben, welches mit einer Selektion verbunden ist. Gerade antisoziale, egomanische, der Bildung des MenschenGeschlechts ferne Gestalten gelangen zu Erfolgen und von dieser Position heraus üben sie eine magnetische Anziehung im SelektionsProzeß aus - die regierende „Klasse“ ist heute so desphilosophisch orientiert ist, wie lange nicht… (Natürlich ließe sich das auch biologisch begründen.)
Es wäre durchaus möglich, Anerkennung und Aufmerksamkeit auf andere, wenigier affige Weise zu verteilen, so daß das GemeinWohl und das subjektive GlücksEmpfinden gleichermaßen befördert würde.
[Anmerkung: Geld ist ein WerAquivalent, welches über viele Jahrhunderte hilfreich Wirtschaft und Handel belebt hat, was aber nicht darüber hinwegtäuschen darf, daß es theoretisch nahezu unendlich angesammelt und konzentriert werden kann. Gegenwärtig hemmen GeldKreisläufe eher vernünftige Entwicklungen. Wirtschaft, Handel und Staat versuchen nur noch die verbliebenen (und ständig steigenden) Schulden „abarbeiten“ – für notwendige Verbesserungen des kulturellen, sozialen Zusammenlebens ist ein chrohnischer GeldMangel zu verzeichnen. Es wird Zeit für ein neues WertÄquivalent, welches bspw. geistige Leistungen nicht nur nach der Anzahl, der am Markt verkauften BuchExemplare bemißt. Es bedarf einer „Neuen Währung“, welche Anerkennung und Aufmerksamkeit nicht vorwiegend nach monoökonomischen GesichtsPunkten verteilt.]
Kehren wir zu den zivilisatorischen Produkten namens Schuld, Angst und Strafe zurück.
Nehmen wir einmal an, die Angst vor dem Tod existierte nicht in der vorgefundenen Penetranz – (natürlich ließe sich mancher Bürger so schwieriger regieren). Stellen wir uns vor, der Umgang mit Tod, Leid und Krankheit wäre ein vollkommen anderer: Der Tod wäre nichts Schlechtes (sondern unbedeutend, weil ewig - das Leben dafür um so bedeutungsvoller).
Nehmen wir weiterhin an, die Entwicklung zum modernen (angeblich selbstbewußten) Individuum, welches mit anderen Individuen existentiell konkurriert, hätte eine andere Richtung eingeschlagen. Es wäre durchaus vorstellbar, daß wir uns nicht als atomistische unzerteilbare EinzelWesen begriffen, sondern „all together“ bzw. „one and all“ als 1 Mensch, der glücklicherweise in vielfältigen Varianten existiert.
Was ließe sich daraus ableiten? Würden wir uns selber schlagen oder bestehlen? Hätten wir ein Interesse, den Anderen (der ja gleichsam ich selbst bin) zu belügen, zu maltretieren oder in sonst irgend einer Weise zu schaden? Dies wäre ziemlich unlogisch. Ich glaube eher, wir würden Niemanden mehr verrecken lassen (es könnte ja sein, daß ausgerechnet diese unscheinbare Variante eines Verreckenden bspw. in seinem Leib einen AntiKörper gegen ein nichtabzuwehrendes Virus „baut“, gerade dieses 1 Menschlein könnte die Rettung für Alle bedeuten – so unwahrscheinlich ist dies gar nicht).
Der auf Vernunft gegründete Kant’sche Vorschlag – ‚es sich selbst zur Maxime zu machen, Niemandem Etwas zu tun, von dem man nicht wollen könne, daß es einem selbst geschähe’ - wäre auf neue Art und Weise von Bedeutung erfüllt.
Obwohl diese simplen Überlegungen sicher interkulturell, ja vielleicht sogar interreligiös einen Konsens erwachsen ließen, der dem Stand der ProduktivKräfte angemessen ist, werden sie für Manchen als naiv und unaufgeklärt, wenn nicht gar dumm, erscheinen.
Friede Freude EierKuchen
Hauptsächlich nach schlimmen Katastrophen und verheerenden Kriegen taten sich Menschen unterschiedlicher „BauArt“ zusammen, um sich zu helfen. Die Angst vor feindlichen ÜberGriffen war dann gering, gegen ÜbelTätern wurde meist nicht lang prozessiert.
Es ist schon erstaunlich, daß mit zunehmenden WohlStand in der Regel die Ängste, Aversionen und Antipathien zunehmen. Gleichzeitig steigt das fälschlicherweise „SelbstBewußtsein“ genannte „Ich-bin/Wir-sind-etwas-Besseres-als-Andere-Gefühl“, welches gemeinhin mit einer Blindheit für Leidende einhergeht.
Dies ist nur eine subjektive Beobachtung, der hier nicht weiter nachgegangen werden soll.
Vielmehr ist die Frage zu klären: Wie erklärt es sich, daß höchst intelligente Menschen eine Lust am Verbrechen zelebrieren? Ist es sinnlos, sich ethisch anständig zu verhalten?
Lassen wir zunächst alle metaphysichen Ebenen beiseite…
Rational betrachtet machte es durchaus Sinn, sich durch verbrecherisches Verhalten Vorteile zu verschaffen. Solange die Chance besteht, einer Bestrafung zu entgehen – und dies scheint ja in priveligierteren Schichten der Fall zu sein, scheint dieser Reiz zu bestehen.
Außerdem haben einflussreiche Kriminelle sehr oft Gefallen daran, gerade integere Persönlichkeiten zu korrumpieren, zu verleiten, zu diskreditieren. Das Ethische Verhalten, gerade wenn es nicht an primitive Motive gekoppelt ist, wirkt offenbar wie ein Stachel im SelbstVerständnis des Kriminellen. Der Kriminelle möchte alle zu SeinesGleichen machen, d.i. eine merkwürdige Art der sozialen Bestätigung. Doch was ist mit Demjenigen, der gemeinhin als „anständig“ gilt, der sich dementsprechend verhält? Hat er nicht Angst, durch Fehlverhalten seine Privilegien zu verlieren, seinem Ansehen zu schaden usw. Sind diese Motive des Handelns nicht auch niedrig? War es von Nietzsche zu heftig, als er den Mut des Täters lobte und die Feigheit der Richter anprangerte, weil sie ihre in Gedanken begangenen Verbrechen verleugneten?
[Erfolgreich ist heute Derjenige, der sich im unüberschaubaren Wust von Gesetzen auskennt. Wer sein Verhalten an den ungeschriebenen ethischen GrundSätzen ausrichtet, unterliegt zunehmend dem sogenannten „CharakterSchwein“, welches nicht selten das Gesetz auf seiner Seite weiß.]
Wir sehen, wie durch umfangreich definierende BegriffsAkrobatik in Form von GesetzesWerken und RechtSprechung elementare GrundRechte zugunsten von EigentumsInteressen eingeschränkt werden. (Der Schuldner offenbart sich gegenüber der Öffentlichkeit und weißt seine ZahlungsUnfähigkeit nach, dennoch darf der Gläubiger mit den SchuldAnsprüchen Handel betreiben, Zins und Gewinn „erwirtschaften“ – ein massiver Verstoß gegen die MenschenWürde; der ebenfalls in seiner Armut sich vollständig offenbarende Hartz-IV-Empfänger darf zu Arbeit genötigt werden, welche mit nur 1,50 EUR je Std. abgegolten wird usw.
Auch in unserem (angeblich fortschrittlichen) System gründen einige Protagonisten ihr stets wachsendes PrivatEigentum auf Gesetze, welche aus rechtsphilosophischer Sicht quasi Diebstahl legalisieren. (bspw. EnergieKartelle oder die massive nachgelagerte Besteuerung, welche faktisch das eigentlich unantastbare ExistentzMinimum beschneidet).
Ein großer Teil aller ethischen Fragen befindet sich also innerhalb des Triangels aus:
(A) MenschenWürde,
(B) EigentumsAnsprüche/-Verteilung,
(C) sanktionierende oder legalisierende Eingriffe in (A) und (B).
Der wesentlichste Faktor in diesem komplexen Spiel heißt Angst! Es ist die Angst, in seinen EigentumsAnsprüchen (sofern vorhanden) beeinträchtigt zu werden. Und es ist die Angst, in seiner MenschenWürde beschnitten zu werden. Beide Ängste sind existentiell, wobei eine Verletzung von (B) in der Regel eine Verletzung von (A) nach sich zieht.
Welche Rolle spielt die Würde bei Täter und Opfer?
Die Angst vor Strafe soll den Diebstahl, den Raub und den Angriff auf Leib und Würde verhindern. Doch einige Verbrecher haben keine Angst vor Strafe (noch nicht einmal vor dem Tod). Woher stammt diese geminderte Angst?
Ist es die Angstlosikeit des Dummen bzw. des Unvernünftigen, der sich das GegenMotiv zur Tat, die Strafe nicht vorstellen kann? Dann wäre der Täter auf dem Nie-Wo eines Tieres (und selbst diese lassen sich dressieren).
Kann durch die Bestrafung solcher Täter die Würde des Opfers rehabilitiert werden?
Nutzt es dem Opfer oder der Gesellschaft, den Täter in seiner Würde zu beschneiden?
Es ist unverständlich, weshalb eine aufgeklärte BürgerGesellschaft sich diese weitreichenden Fragen nicht stellt.
Die Philosophie des StrafRechts scheint sich immer mehr dahingehend zu entwickeln, potentielle StrafTäter zu isolieren bzw. wegzusperren. Ähnlich wie man durch eine immer aufwendigere SicherheitsArchitektur in gleichsam paranoider Manier versucht, theoretisch mögliche TerrorSzenarien abzuwenden, wird die diffuse Angst immer mehr zum „Berater“ der Öffentlichkeit. [Im Sommer 2005 wurde eine Gruppe von Künstlern vom WachPersonal aus der Akademie der Künste „komplimentiert“. Geplant war ein mehrtägiges Projekt namens „ArbeitslosenOper“, die Künstler hatten u.a. mit einer BohrMaschine 1 Loch in den Boden gebohrt, Bilder in abgelegenen KellerGängen aufgehangen. Der Beweis war erbracht: Selbst in der Akademie der Künste „regiert“ das WachPersonal.]
Wenn man bedenkt, mit welchem Aufwand an Innovationen, Ressourcen, ArbeitsKraft und Energie die SecurityBranche weltweit letztendlich von der Öffentlichkeit versorgt wird, und daß dieses weder die LebensQualität erhöht, noch tatsächlich den „Frieden „ gewährt – dann sollte es doch effektiver sein, eine Ethik zu entwickeln, welche diese traurig ekelige Entwicklung überflüssig machte.
Wir sehen also hier eine ganze Menge „Arbeit“, um im 3. Jahrtausend christlicher Rechnung endlich eine Ethik zu entwerfen, die den AnForderungen moderner GesellschaftsVerhältnisse gerecht wird.
Wenn wir uns alle als potentielle Täter (das Attribut ist nur der Höflichkeit wegen aufgeführt) begreifen, dann würde dies zu Konsequenzen führen, die die bisherigen DenkGewohnheiten bei Weitem überschreiten.
Nehmen wir also den o.g. Vorschlag hinzu, und betrachten uns alle zusammen als 1 vereintes „Dividuum“ – also als teilbares Ganzes, welches aufgrund kultureller Zufälle in Individuuen bzw. glücklicher weise in vielfältige Varianten auseinandergefallen ist. Zumindest sei die Frage erlaubt, ob wir unser mentales Verständnis von uns selbst ausschließlich an das Bild der klassischen Biologie knüpfen müssen.
Viel zu sehr begreifen und handeln wir noch als Konkurrierende - viel zu wenig scheinen wir uns als kooperierende Wesen zu „begreifen“ und zu verstehen.
[Vielleicht bedürfte es einer „theoretischen Biologie“ mit neuer Begrifflichkeit, welche das Organelle des Individuums beschreibt und möglicherweise sogar die Raum/Zeit-Koordinaten überschreitende KoExistenz von metaphysischen Bereichen erlaubt.]
Doch gehen wir noch einmal auf die Ebene des Individuums zurück. Das Individuum ist ja heutzutage eher ein „Separatikum“, welches vermehrt an Vereinsamung (durch den Entzug der sozialen Aufmerksamkeit und die Zerstörung des sozialen Verbundes) leidet, denn an mangelnder EinzigArtigkeit.
Zunächst wollen wir fragen, ob ein ethisch anständiges Verhalten tatsächlich lohnenswert ist. Könnte es sein, daß demagogische Delinquenten eine Ethik erfunden haben, welche Ihnen uneinholbare VorTeile verschafft? Werden für diese Kreation von Ethik absichtlich metaphysische Bereiche hinzu erfunden, um ihre Wirksamkeit zu erhöhen?
Es sind weitestgehend die Religionen, welche suggerieren, das metaphysische Bedürfnis des Menschen befriedigen zu können. Gleichzeitig sind es die Religionen, welche in jahrhundertelanger „FeinArbeit“ einen ethischen VerhaltensKodex entwarfen, welcher wie eine Schmiere alle anderen KulturLeistungen einbettet… Aus der Distanz betrachtet scheinen heute die, sich ihrer Individualität bzw. ihres „Selbst“ bewußten Menschen einer Art AutoDressur zu unterliegen, die, wenn es nur 1 inszenierter Spaß wäre, wohl unsere Bäuche vor Lachen wackeln ließe…
Es läßt sich eine MassenPsychose beobachten, welche separatiesierte (teilweise isolierte) Persönlichkeiten wichtig im HamsterLaufRad strampeln läßt. Keiner dieser „Akteure“ hat Zeit für seine Kinder, für seine Eltern, für seine Liebsten! Je hektischer gestrampelt wird, desto teflonverspiegelter werden die ScheuKlappen, desto goldener erscheint der LaufRadKäfig. Ja, diese Persönlichkeiten benehmen sich vollkommen anständig…
Hatte noch Walter Rathenow (1867-1922) die „Mechanisierung des Geistes“ beklagt, so können wir heute von einer Ionisierung sprechen…
Im Folgendem sollen verschiedene hypothetische VerhaltensWeisen von HohePriestern untersucht werden.
Konzipieren wir zunächst eine Gruppe von ReligionsGründern, deren MitGlieder metaphysiche Ebenen oder Bereiche für Kokolores halten. Allerdings sind sie im Besitz aller Informationen und genießen definitiv jegliche InterpretationsHoheit. Nehmen wir an, sie würden sich durch den Aufzug eines riesigen Theaters zu Zampanos erheben. Jede Figur in ihrem Spiel wäre nur eine Marionette, eine KasperlePuppe, deren beschlossenes Schicksal der geschickte PuppenSpieler manchmal vom Urteil des Publikums entscheiden läßt. So wie der PuppenSpieler mit seinen Puppen tun und lassen kann, was er will und dabei die Zustimmung des Publikum einzuholen weiß, so wäre es für eine Gruppe von „ReligionsStiftern“ klar, daß sich diese in ihrer AllMacht ungestraft, jegliches Verbrechen erlauben dürfte.
Ganz nebenbei würden diese „PuppenSpieler“ noch die Regeln für Ethisches Verhalten, sowohl ihrer Figuren als auch des Publikums bestimmen.
Träte eine konkurrierende Gruppe von PuppenSpielern auf, würde diese entweder eliminiert oder integriert. Selbst wenn eine Gruppe von aufklärerischen PuppenSpielern auf den Plan träte, würde im ZweifelsFall einer der Zampanos geopfert und als „Böser“ der Gnade des Publikums übergeben - die Idee der Perversion ließe sich aufrechterhalten.
Untersuchen wir eine zweite Gruppe von HohePriestern bzw. ReligionsStiftern. Nehmen wir an, diese Gruppe ist von der Existenz metaphysischer Bereiche überzeugt, vorzugsweise stellt sie sich diese in Form von Gottheiten oder Eines allmächtigen Gottes vor.
Hier wären nun vertiefende Erörterungen weitreichender Fragen möglich; ob etwa diese Gruppe sich durch ihr Verhalten von dieser Gottheit belobigt oder belohnt glaubt, ob sie durch ihr Handeln Einfluss auf den metaphysischen WesensBereich ausüben könne, ob dieses in einem kontinuierlichen Prozeß oder durch temporäre GlaubensBekenntnisse, durch konkrete Bitten, HandlungsAnweisungen usw. erreicht werden könne. Natürlich wäre es auch dieser Gruppe möglich, ein PuppenTheater aufzuziehen. Ihre ausgelebte Macht wäre nun nicht nur eine Idee von Perversion, die Idee nährte sich von dem noch mächtigeren metaphysischen Bereich. Dieser böte gleichzeitig Schutz und hielte über vielfältige interpretatorische Leistungen das skeptische Publikum in Schach.
Wir sehen also, sowohl mit, als auch ohne metaphysischem Bereich ist eine Pervertierung ethischen Verhaltens sehr leicht möglich.Wir hätten es jeweils mit Gruppen von Tätern zu tun, die mit der Idee von Ethik/Moral/Gesetz ihr mehr oder weniger gnadenloses Spielchen treiben dürfen.
Übrigens haben wir diese Täter nicht zufällig jeweils als Gruppe figuriert, um eine gernerationsübergreifende Praktik eines solchen Theaters theoretisch möglich erscheinen zu lassen und um einen wesentlichen Einwand gegen unethisches, sprich boshaftes Verhalten, nicht zu früh anführen zu müssen.
In unserem System von einander wirtschaftlich und anerkennungsmäßig konkurrierenden Individuuen ist, durch ein ausdiffernziertes Arrangement, der Wille zur Macht als MotivationsQuelle angebohrt und wird über vielfältige Kanäle abgeleitet. Das Arrangement ist kluger Weise so angelegt, daß die Erlangung alleiniger AllMacht eher unwahrscheilich ist.
Was wäre wenn?
Der Leser frage sich: ‚Was wäre, wenn Ich die alleinige Macht über alle Menschen über den gesamten Globus in meinen Händen hielte?’
Wäre dies wirklich ein glückliches Gefühl? Hätte man noch Freunde oder Familie?
Von wem könnte dieses allmächtige MenschenWesen noch AnErkennung und Aufmerksamkeit ernten? Führte dies nicht zu einer Einsamkeit, die kaum noch mit MitLeid zu erreichen wäre?
Nehmen wir an, die ausgeübte AllMacht wäre mit dem höchsten GlücksGefühl verbunden. Hätte man nicht Angst, dies wieder zu verlieren bzw. es nie wieder erleben zu dürfen? Und wäre diese Macht nicht mit einer unendlichen Verantwortung verbunden?
Nehem wir an, es wäre leicht, diese AllMacht gottgleich über alle Menschen und Dinge, ja vielleicht über das ganze Universum auszuüben – wäre dies ein glücklices Gefühl? Eine Erkenntnis würde dabei sicherlich ganz schnell gewonnen: Es ist so schwer, sich selbst zu beherrschen.
Vermutlich würde sich ein menschliches Individuum im Zusatnd der AllMacht sofort in ein Dividuum bzw. in etwas Dividuelles verwandeln, würde delegieren und verteilen, würde ‚zusehen’, ein Pondon zu erschaffen… (Fortsetzung bitte per Email anfragen)