Das ParitätsPrinzip

… ein Versuch der Überwindung des TitanicSyndroms


Einleitende Betrachtungen

Die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse sind gegenwärtig eine große Gefahr!

Das verständliche Interesse an kartellartigem Besitz von Ressourcen, Energie, Wasser, Öl, Gas und Geld ist ein Relikt aus alter Zeit, welches letztendlich ein friedliches Leben auf unseren Planeten unmöglich werden läßt. Deswegen ist es eine Frage der Vernunft und des ÜberLebens, ob hier eine Korrektur vorgenommen wird oder nicht.

Es ist Unsinn, alle Bereiche des kulturellen Lebens dem Diktat der PrivatWirtschaft zu unterwerfen. PrivatWirtschaft hat nur eine Aufgabe: Erhöhung von Motivation, Verantwortung und Qualität in der Produktion. PrivatWirtschaft ist also ein Mittel und nicht das Ziel einer Kultur, welche sich derzeit an der expansiv gesteigerten Produktion erfreut und fast ausschließlich mit ökonomischen Prozessen beschäftigt ist.

Der eigentliche Nutzen der PrivatWirtschaft liegt also in einer gesteigerten Motivation, um mit mehr Kreativität, effektiverer Leistung, in besserer Qualität auf dem Markt zu bestehen. Leider ist dieses ursprünglich frisierende (tunende) Instrument inzwischen ausgenuddelt - im Gegenteil: Millionen kreativer Menschen vegetieren dahin, weil sie auf LebensZeit zu Schuldnern anonymer privater Gläubiger wurden. Und selbst der liquideste Bürger ist Schuldner, weil sich die öffentlichen Kassen ebenfalls letztendlich bei privaten Gläubigern unendlich verschuldet haben. Der Kampf um Geld und Einfluss schaut heute unblutiger aus, als der von Rittern und Soldaten. Die neue Rüstung besteht aus Anzug und Krawatte - die Zähne blitzen freundlich. Sauber und rein werden in unüberschaubarer Fülle Gesetze und Verträge kräiert. Es ist eine unglaubliche Maschinerie von Juristen, Steuerberatern und Bürokraten - ja teilweise von Intellektuellen - die dadurch privilegiert existiert, daß sie Dinge kompliziert und zeitaufwendig macht. So geht das nun seit Jahrzehnten. Dabei müßte heute kein Mensch mehr in Elend leben.

Die expansive Steigerung der wirtschaftlichen Produktion durch das Ausreizen individueller Motivation führte zu einer EntArtung des Menschen. Die Unterschiede der menschlichen ArbeitsTeilung, sowie bei der Verteilung von Reichtum, Bildung usw. erinnern jedenfalls eher an die traurig unreflektierten, ökonomischen Spezifikationen in einem InsektenStaat.


[Die BildungsSchwäche in armen BevölkerungsKreisen ist bekannt. Wissen und Bildung (=Erwerb und Kollektivierung von Wissen) sind des Menschen wesentlichste ÜberlebensTechnik - Die ÜberPrüfung des Wissens und der Bildung ist eine der wichtigsten Arbeiten überhaupt. Jeder, der mit Wissen und Bildung zu tun hat, sollte diesen sensibelen, risikoanfälligen und gefährdeten Bereich schützen. Es darf nicht sein, daß die „Kammer des Wissens" privatrechtlichen Interessen untergeordnet wird! Jede kritische Arbeit am Wissens- und BildungsStand und das permanente hypothetische In-Frage-Stellen der vermeintlich gesichertsten Erkenntnisse und Theorien sollte aufmerksam wahrgenommen und gegebenenfalls aufwendig unterstützt werden! (Mennoh - was schrei(b) ich hier?)]


Viele Menschen würden sich heute mit einem bescheidenen und defensiven LebensStil begnügen, wenn die Organisation von Arbeit, Bildung, Kultur nicht einfach blinden Strukturen unterworfen wäre. Es ist die Aufgabe von Philosophen und Künstlern, LebensLust und defensives Dasein in ein intelligentes Verhältnis zu setzen. Jedem sollte sowohl ein freies, selbstbestimmtes Leben, als auch die Teilhabe an der Gestaltung öffentlicher Projekte möglich sein. Dies ist derzeit im hoch entwickelten System spätchristlicher Arbeits- und VerteilungsEthiken nicht realisiert!

Trotz des angesammelten Wissens und einer VielZahl äußerst gelehrter Experten scheint die KorrekturFähigkeit auf ein Minimum begrenzt zu sein.

[Man kennt die wesentlichen Gefahren, doch sie werden weitesgehend ignoriert - vielleicht war Der Untergang der Titanic doch eine vorauseilende Metapher, welche das MißVerhältnis von Wissen und Arroganz am gelungensten symbolisiert. Ja, ich nenne die gegenwärtige Blindheit der intellektuellen Eliten (und das Vertrauen der Gesellschaft in deren Kompetenz) TitanicSyndrom!]


Wenn wir weiterhin nur in majestätswissenschaftliche Technik investieren, wenn wir weiterhin glauben, ohne soziale Innovationen das FortBestehen der Menschheit gewährleisten zu können, dann hätte Sokrates den SchierlingsBecher nicht zu früh getrunken…


Das nun folgende ParitätsPrinzip ist ein kleiner Vorschlag, der nur eine schlichte, aber möglicherweise vernünftige Theorie in die Diskussion bringen will.

Es geht um den Versuch, durch strukturelle Veränderungen (welche durch e i n f a c h e Gesetze herbeigeführt werden können) subjektive, private MotivationsStrukturen und öffentlichen SozialStaat miteinander in ein vernünftiges Verhältnis zu setzen. Dabei soll gleichzeitig ein hohes Maß an Freiheit, Sicherheit und Gerechtigkeit garantiert werden. Private und gemeinschaftliche Interessen werden sinnvoll aneinander gekoppelt - Es müßten keine Verlierer produziert werden. Öffentliche und private Wirtschaft könnten in relativ stressfreier Atmosphäre allmählich die Qualität verbessern und die Expansion eindämmen.

Die Bedingungen für diesen kreativen Prozess, der private und öffentliche Interessen zum Vorteil des Gemeinwohls katalysiert, müssen einfach, transparent und gerecht sein.


Das ParitätsPrinzip ist ein Versuch der AusSteuerung zwischen realen subjektiven FreiheitsWünschen und öffentlichen Interessen. Mit dem ParitätsPrinzip wird ein VerteilungsFaktor eingeführt, der selbst dem assozialsten Außenseiter, dem bösartigsten Kritiker oder dem verträumtesten Dichter ein würdiges GrundEinkommen sichert.

Dieser VerteilungsFaktor wird hier nur skizziert. Er ist in jedem Fall ein transparentes SteuerElement, der das gegenwärtig diffus irrationale Verhältnis zwischen „arm” und „reich” in vernünftiger Form gestaltet.


[Das Verhältnis von Produktivität, Eigentum, Erwerbs- und Besitzlosigkeit ist derzeit u.a. aufgrund der komplizierten SteuerGesetzgebung derart zerrüttet, daß vorwiegend Kriminelle davon profitieren. Die Differnz zwischen arm und reich ist derzeit unendlich! Sicher ist es für manchen freiheitsliebenden, intelligenten Menschen ein Bedürfnis, diese unüberschaubare existentielle Düsternis zu lichten...]


In der folgenden Skizze wird der VerteilungsFaktor für die Begleichung von PersonalKosten entsprechend den Einnahmen innerhalb eines Unternehmens eingesetzt:

Der Staat und jeder Bürger könnte sich die aufwendige und volkswirtschaftlich sinnlose SteuerErklärungsProblematik ersparen, wenn alle Einnahmen, die ein Unternehmen erzielt, zunächst direkt an den Staat und davon dann vier Fünftel automatisch an das Unternehmen zurückflößen. Dies wäre heute mit geringem technischen Aufwand zu realisieren. Auf diese übrigen 80 Prozent der Einnahmen wird dann ein Kosten-Gewinn-PersonalSchlüssel (Quotient) angewendet.


Beispiele:

1.) Bei Einnahmen von 1 Million fließen 800 000 direkt an das Unternehmen zurück. Wir nehmen an, daß die Kosten (Material, Energie, TransPort, Lizenzen, Forschung und Entwicklung) etwa die Hälfte betragen. Die andere Hälfte, also die restlichen 400 000 verbleiben für Investitionen, Gewinne und Personalkosten. Es könnte folgendermaßen auf teilt werden:

Der Unternehmer/Eigentümer darf sich 20 Prozent herausnehmen - also 80 000.

Der restlichen 320 000 fließen in eine allgemeine Sozialkasse.

Hat der Unternehmer 1 Beschäftigten, erhält dieser 10 Prozent der übrig gebliebenen Summe, also 32 000. Von diesem Beschäftigten erhält der Unternehmer wiederum einen Bonus von 10 Prozent, also 3200.

Hat der Unternehmer zwei Beschäftigte, erhält jeder seine 10 % von den verbliebenen 320 000 und der Unternehmer kassiert 2 mal jeweils 10 % vom Beschäftigten, also 6400.

Der Rest fließt immer der allgemeinen SozialKasse zu..

Der Unternehmer könnte also bis zu 10 Beschäftigte unterhalten, ohne einen tatsächlichen Verlust zu erleiden - im Gegenteil: am Ende stünde ihm ein zusätzlicher Gewinn von 32 000 zur Verfügung

Immer wenn die Summe des Gewinns größer als die der Kosten ist, werden Kosten (ohne PersonalKosten) und Gewinn addiert und die Summe halbiert. Das Arithmetische Mittel bildet die BerechnungsGrundlage.


2. a) Ein großes Unternehmen hat 1 Milliarde Einnahmen. 800 Mill. fließen vom Staat an das Unternehmen zurück. Die Kosten belaufen sich (ohne PersonalKosten) auf 200 Mill. Der zu verteilende Gewinn beliefe sich auf 600 Millionen. Zur Herstellung der Parität wird die Summe von Kosten und Gewinn hypothetisch halbiert und für die BasisBerechnung verwendet: Es würden also 400 Millionen im selben Verhältnis wie oben aufgeteilt: Vorstand und Eigentümer dürften sich 20 Prozent, also 80 Mill. herausnehmen. Übrig blieben 320 Mill., die an die allgemeine SozialKasse flößen oder für jeden der 10 Beschäftigten blieben jährlich 32 Millionen übrig - nein, Spaß beiseite: hier ist die Einführung des 2. Quotienten notwendig, der hier einfachheitshalber nur stufenmäßig angegeben wird:

Es sind bei Einnahmen bis zu:

1 Mill. = 10 % ,

10 Mill. = 1 %.,

100 Mill. = 0,1 % für jeden Beschäftigten usw.


In unserem Beispiel würde für jeden Beschäftigten eine Summe von 32 000 brutto bzw. 28 800 netto zur Verfügung stehen. Von jedem Beschäftigten erhielten die Unternehmer oder Eigentümer 3 200 EUR.. Es könnten 10 Tausend Beschäftigte unterhalten werden. In diesem Fall flössen dem Vorstand/den Eigentümern noch einmal 32 Millionen zu.


2. b) Bei selbem Umsatz von 1 Milliarde belaufen sich die Kosten in diesem Beispiel auf 600 Millionen. Die verbleibenden 200 Mill. werden, wie oben aufgesteilt: 20 Prozent erhalten die Eigentümer bzw. Unternehmer, d.s. 40 Millionen.

Die restliche Summe von 160 Mill. stünde wieder für Beschäftigte zur Verfügung. Leider würden in diesem Fall für jeden der 10 000 Angestellten unterm Strich nur 16 000 und nach Abgabe des Bonus an den Unternehmer sogar nur 14 400 zur Verfügung stehen.

In diesem Fall wird die Frage auftauchen, ob die 40 Millionen für die Unternehmer tatsächlich gerechtfertigt sind. Bei kleinem Gewinn machte es vielleicht Sinn die Differenz zwischen SpitzenEinkommen und schwächsten LohnEmpfänger zu verringern; umgekehrt könnte bei höheren GewinnAusschüttungen an die Angestellten die Differenz zum geringsten Einkommen erhöht werden. Schauen wir uns noch mal die Beispiele 2a und 2 b an. Die Summe des Arithmetischen Mittels betrug immer 400 Millionen. In Beispiel 2 a wurde diese Summe als BerechnungsGrundlage verwendet. In Beispiel 2 b war der aufzuteilende Gewinn zu niedrig. Im folgenden Beispiel versuchen wir bei zu niedrigen GewinnAnteil die Differnz zwischen dem Gewinn für die Unternehmer und den Personalkosten zu verringern.


3. a) In Beispiel 2 b beträgt der Gewinn nur die Hälfte des angestrebten MittelWertes von 400 Millionen. Es wäre nun am Einfachsten, 50 Prozent von der GewinnSumme als RechenGrundlage für die Eigentümer zu verwenden. Das heißt: Der ursprüngliche (sehr niedrige) Gewinn von 200 Millionen wird zunächt noch einmal halbiert. Von den verbleibenden 100 Mill. dürfen sich die Eigentümer ihre 20 Prozent, also 20 Millionen herausnehmen. Somit könnten 180 Millionen an die allgemeine SozialKasse oder die 10000 Angestellten ausgezahlt werden.

Jeder Beschäftigte erhielt 18 000 bzw. 16 200 netto. Das wären über 12 Prozent mehr als in Beispiel 2 b. Die Unternehmer bekämen von den Angestellten noch einmal 18 Millionen.

3. b) Im Beispiel 2 a betrugen die Einnahmen 800 Millionen. Die Kosten beliefen sich auf geringe 200 Mill. Der Gewinn betrug 600 Mill. Da der Gewinn höher war als die Kosten, wurde die QuerSumme als BerechnungsGrundlage verwendet. Für die Chefs blieben 80 Mill. plus zusätzlich 32 Mill für 10 Tausend Beschäftigte, die ihrerseits 32 000 verdienen und davon jeweils 3 200 „nach oben” bezahlen. Der Gewinn bei den Unternehmern betrug insgesamt 112 Millionen. Ein Angestellter hatte netto 28 800.

Allerdings sind noch 200 Millionen „übrig”, die nun mehr oder weniger willkürlich verteilt werden könnten. Im gegenwärtigen WirtschaftsSystem (sofern es überhaupt noch Transparenz zuläßt) würden wohl die AktienEigentümer von diesen 200 Millionen profitieren.

Wir schlagen vor, diese Summe genauso wie in Beispiel 3a zu verteilen:

Mit den zusätzlichen 38 Millionen kämen die Eigentümer nun auf insgesamt 150 Millionen. Jeder Beschäftigte ging mit jährlich 45 000 nach Hause.


Es versteht sich, daß die eingesetzen Werte nur eine RichtSchur legen, an welcher ein modernes WirtschaftsSystem sich orientieren könnte. Der Werte können abhängig von den praktischen Gegebenheiten variiert werden - wichtig und wesentlich bleibt das Prinzip, nämlich daß eine vernünftige Relation zwischen Einnahmen, Kosten, Gewinn und Personal gefunden wird.

Es wird hiermit behauptet, daß dieses neue Wirtschafts- und VerteilungsSystem den Konflikt zwischen freiem privatwirtschaftlichen Interesse und sozialer Gerechtigkeit befriedet.


Sicherlich werden gegen diese VerteilungsFaktoren viele kritische Einwände erhoben.

Einige sollen an Ort und Stelle besprochen werden:


1. Der Nachweis über die Kosten bleibt problematisch - wie ist hier Mißbrauch zu vermeiden?

Es ist mit dem ParitätsPrinzip eher unwahrscheinlich, daß es zu Mißbrauch durch gefälschte KostenRechnungen kommt, schließlich tauchen alle inländischen Kosten (außer BargeldTransfers) an anderer Stelle als Einnahmen auf. Generell ist es ein Problem, Kosten und Gewinn in ein vernünftiges = optimales Verhältnis zu setzen. Insgesamt gesehen scheint das ParitätsPrinzipienSystem weit defensiver ausgerichtet zu sein, als es unser gegenwärtiges Steuer- undWirtschaftsSystem ist.


2. Wie sollen die Besonderheiten von Aktiengesellschaften, Kreditgebern und anderen EigentumsVerhältnissen berücksichtigt werden?

Aus der Sicht des Autors führte dieses System vermutlich zu einer Gesundung dieser Institute. Blasen würden wohl eher vermieden, reale Investitionen erwirtschaften eher reale Gewinne - EigentumsInteressen würden eher geschützt, da an FehlEntwicklungen, Mißbrauch und Korruption bzw. Kriminalität weniger Interesse bestünde und diese eher zu diagnostizieren wären.


3. Soll etwa jedem Beschäftigten wirklich ein gleiches Einkommen gewährt werden?

Nein, das müßte nicht so sein. Differenzierte Honorierungen für Beschäftigte sind möglich, sicherlich wird auch der Ertrag für die UnternehmensFührer unterschiedlich aufgeteilt. Aber die zu verteilenden Beträge wären real, dienten tatsächlich als Äquivalent für LeistungsFähigkeit, Begabung, Qualität - „schwache”, „überflüssige” oder für die Produktion „untaugliche” Persönlichkeiten könnten mit anderen (bspw. kulturellen) Aufgaben betraut werden - es wäre sicherlich auch möglich, einige „Faule” mit einem GrundEinkommen auszustatten und ganz in Ruhe zu lassen. Der Mißbrauch im gegenwärtigem System tarnt sich hinter sogenannter „Arbeit”, die in wesentlichen Bereichen wenig nützliche, oft sogar extrem schädliche Auswirkungen nach sich zieht.


4. Wäre die staatliche Kontrolle nicht beängstigend hoch?

Die staatliche Kontrolle wäre in der Tat sehr hoch. Aus Sicht des Autors gewährt dieses System, daß die Organisation des Finanz - und Wirtschaftssektors vom Staat kontrolliert wird und nicht umgekehrt. Heute ist es absurder Weise der Fall, daß der Staat abhängig von finanzwirtschaftlich privaten Kartellen ist.

Mit dem ParitätsPrinzip wäre die weitestgehende wirtschaftliche Autonomie der Unternehmer und der Beschäftigten garantiert, dies ist ja die eigentliche Idee von wirtschaftlicher Freiheit. Wirtschaftliche Freiheit ist nicht dazu geeignet, politische Entscheidungen für frei denkende Bürger herbeizuführen.

Im heutigen System (2005) hat der Staat zwar keine Kontrolle über finanzwirtschaftliche Prozesse, aber interessengeleitete Vertreter desselben können durch willkürliche Subventionen, durch das blitzartige Errichten von Kartellen, durch Gesetze und einseitige Bestimmungen sehr ungesund, demotivierend und in neofeudaler Manier in WirtschaftsProzesse eingreifen. Vertreter des gegenwärtigen Staates wirtschaften in keinster Weise nachhaltig, das Prinzip: „nach mir die Sintflut” liegt in der Logik des gegenwärtigen WirtschaftsSystems. Wenn sich das ParitätsPrinzip weltweit etablierte, wären WirtschaftsKriminalität und SchattenWirtschaft nur noch auf der Bargeldebene möglich - von dieser Seite wäre auch der größte Widerstand zu erwarten.


5. Kann das Paritätsprinzip international funktionieren?

Der Autor weiß es nicht. Es ist aber davon auszugehen, das derart strukturierte Unternehmen international erfolgreicher sind, die sogenannte MenPower könnte international viel besser genutzt werden. Gegenwärtig besteht das Interesse sowohl von Managern als auch Angestellten vorwiegend darin, überhaupt noch beschäftigt zu sein - koste es, was es wolle, egal wie unsinnig das Produkt oder die Arbeit auch ist.

Mit diesem neuen Modell würde viel marktorientierter gearbeitet werden. Es würde viel mehr darauf geschaut werden, wo reale Einnahmen zu erzielen sind. Qualitativ hochwertige Produkte und Innovationen würden tatsächlich belohnt werden.


Es wäre nicht auszuschließen, daß der durch das ParitätsPrinzip eingeführte Prozeß zu weiteren sozialen Innovationen führte. Es wäre durchaus denkbar, daß es irgendwann in solchen VerteilungsGesellschaften nicht mehr darum geht, einen Gewinn in Form eines virtuell voluminös erhöhten GeldWert einzufahren, sondern daß soziale, kulturelle, ökologische und wirtschaftliche Innovationen gleichermaßen befördert werden. Es gibt wertvollere AnerkennungsQuellen, als ein glücklich vollzogenes WarenTerminGeschäft.

Das ParitätsPrinzip könnte (in abgewandelter Form) auch für die Bereitstellung von SozialLeistungen, Renten, BürgerGeld oder ähnliches verwendet werden.

[Es machte duchaus Sinn, die Differenz zwischen dem ärmsten, verreckenden Menschen auf dieser Welt und dem Reichsten - der alleine gar nicht mehr in der Lage wäre, seine Güter zu verwalten - auf ein vernünftiges Maß zu bringen. Denn jeder (auch in seelischer Hinsicht) Verhungernde befindet sich im Zustand der Notwehr. Genau genommen ist der Begriff der „NotWehr" ein Produkt der Zivilisation - ein von der Zivilisation verstoßener (im Stich gelassener) Mensch dürfte töten, ohne bestraft zu werden. Noch genauer gesagt: Wer von der Gesellschaft ausgestoßen wird, der braucht sich nicht mehr an menschliche Gesetze zu halten! (Wir vernachlässigen hier die kaum zu überprüfende Information, die Gesetze seien von „Gott" geschrieben.) Eine Gemeinschaft, die Menschen (unter Zuhilfenahme von Gesetzen) in Armut verrecken läßt, darf „Herde" oder „Rudel" genannt werden - Wenn Jemand glaubt, er sei ein Mensch - nur weil er Telefone, Fernseher oder ÜberwachungsKameras bedient - der irrt! Wer glaubt, sich zur „Menschheit" zählen zu dürfen, nur weil er Gehalt beziehen, GeldKarten zücken, Zeitung lesen oder Gesetze schreiben kann, der ist einem weit verbreiteten Irrtum erlegen.]


6. Angenommen das ParitätsPrinzip könnte funktionieren, wäre eine Umstellung darauf nicht unmöglich?

Der Vorteil bestünde gerade darin, daß nicht erst durch anhaltende Rezessionen, plötzliche Revolten oder unerwartete Kriege neue, wiederum nicht optimal arbeitende, künstliche WirtschaftsSysteme errichtet würden.

Die Umstellung könnte sehr weich statt finden. Würden die heute reicheren Staaten damit beginnen, hätten sie den Vorteil der Führung und könnten Rhythmus und Tempo bestimmen. Sollten statt dessen irgendwelche anderen gewaltigen VolksWirtschaften, wie etwa China oder Indien anfangen, diese neuen wirtschaftlich gesünderen Prinzipien einzuführen, könnte dies Europa oder Amerika zunächst sehr hart treffen. Tendenzen sind bisher vielleicht noch zu übersehen - Putins PostKGB scheint eine Firma zu sein, welche in dieser Struktur arbeitet (ohne es zu wissen).


Selbstverständlich wird diese Skizze nicht alle Skeptiker befriedigen können, sie bietet aber eine DiskussionsGrundlage, die weiter verbessert werden kann. Außerdem bietet dieses einfache System genügend VariationsMöglichkeiten. Während sich heute die SteuerungsMechanismen in chaotischen Börsen befinden, böte das neue Modell genügend Stellschrauben, deren Bewegung eine überschaubare Regelung möglich machte. Weder sind die 20 Prozent für den Unternehmer, noch die 10;1; 0,1 usw. Prozent für den Beschäftigten, noch die 10 Prozent Bonus vom Beschäftigten für den Unternehmer oder die Eigentümer eine feste Größe. Immer wären die Volumina zu überschauen. Das vorgeschlage StufenModell könnte sicher sofort harmonisiert werden. Bei allen Modalitäten wäre es nur wichtig, auf das Prinzip des Prinzips zu achten. Es lautet:

Gewinn wird nur belohnt, wenn eine hohe Anzahl Menschen damit versorgt wird. Hohe Beschäftigung wird vor allem dann belohnt, wenn sie mit wirklichem Sinn verbunden ist.

Es geht um die ExistenzSicherung für Jederman. Es können freiwillig defensive LebensWeisen entwickelt und eingenommen werden, ohne dafür von der Gesellschaft sanktioniert zu werden.

Nur dadurch wird ein Höchstmaß an Flexibilität und Freiheit mit größtmöglicher Sicherheit verbunden. Sicherheit ist für eine funktionierende Wirtschaft mindestens ebenso wichtig wie Freiheit. In unserem gegenwärtigen System mangelt es inzwischen an freier, besonnener Übersicht und an langfristig sicheren Parametern.


Ich kann nicht sehen, weshalb vernünftige Staaten nicht versuchten sollten, neuere optimalere WirtschaftsSysteme zu installieren. Diejenigen, die meinten, dadurch mehr zu verlieren als zu gewinnen, kann ich sehr gut verstehen, aber sie irren sich mächtig: Der Kollaps, Exitus, FäulnisProzeß des hiesigen Systems kann noch nicht einmal mehr Blinden entgehen. Wenn wir das gegenwärtige WirtschaftsModell nicht modifizieren, droht gerade Jenen schmerzhafter Verlust, die heute aufgrund der von ihnen gewünschten Gesetze (und höchstrichterlicher Entscheidungen) in unanfechtbaren VermögensBurgen hausen.

Der Erwerb, der Besitz und die Verteilung von Eigentum kann durch das PritätsPrinzip in vernünftige Relationen gebracht werden. Gegenwärtig entspricht die EigentumsVerteilung eher einem neofeudalem WeltStaat als einer aufgeklärten Bürgergesellschaft. Diese derzeit perverse EigentumsVerteilung ist das größte WachstumsHindernis in qualitativer Hinsicht, welches durch technischen Fortschritt und bunte Werbespots nur übertüncht wird.

Vielleicht wäre mit dem ParitätsPrinzip erstmals für die gesamte Menschheit ein friedliches Miteinander möglich.

Allerdings: Unsere gut bezahlten aber volkswirtschaftlich sinnlosen Steuerberater und FinanzBeamten müßten sich dann neue GeschäftsFelder suchen. Sie würden in einer modernen paritätischen VolksWirtschaft dringend als Agenten, Organisatoren, Consulter, QualitätsManager usw. benötigt werden.


Das skizzierte ParitätsPrinzip kann natürlich nur ein kleiner Teil zahlreicher notwendiger Reformen des GemeinWesens beleuchten. Unterdessen hat sich in der Diskussion um ein „Bedingungsloses GrundEinkommen” eine weitere simple Überlegung eingestellt:

Man nehme bspw. 1 Drittel aller StaatsEinnahmen und verteile diese zu gleichen Teilen an Jeden (Kinder, Rentner, Arbeiter, Millionäre, SozialHilfeEmpfänger etc.). Dies könnte ohne weiteres eine schlichte Software erledigen, Bürokratie, WohlfahrtsKorruption, und ExistenzÄngste wären weitesgehend unschädlich gemacht. Auch mit diesem Ansatz - würde er global realisiert - wäre die Differenz zwischen „reich” und „arm” einigermaßen vernünftig beseitigt, ohne in eine ungerechte Gleichmacherei zu verfallen.


[Andere, vermutlich als ‚sozialdarwinistisch' zu bezeichnende (und seit langem tabuisierte) Einwände werden gesehen - aber hier nicht besprochen. Diese Arbeit versteht sich als ein Beitrag, das Dilemma zwischen einer glücklichen, individuellen LebensGestaltung und einer überbesiedelten und zunehmend zerstörten Welt auf vernünftige und friedliche Weise aufzulösen.]

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